Tel. 040 – 724 61 65

Bürozeiten: 9 – 15 Uhr
24 Stunden Notdienst

medikamentengabe.jpg

Die ersten Antworten

Wir haben Fragen für Sie gesammelt, die Hilfesuchende im Laufe der Jahre immer wieder gestellt haben. Selbstverständlich stehen wir Ihnen sehr gerne zu einem individuellen Beratungsgespräch zur Verfügung.

 

Ambulante Pflege Kosten

Die Höhe der Kosten bemisst sich nach Art und Umfang der Pflegedienstleistung. Diese kann bisweilen sehr aufwändig sein. Sie sind jedoch nicht allein. Denn es gibt unterschiedliche Kostenträger, die sich beteiligen:

  • Krankenversicherungen
  • Pflegeversicherungen (sofern eine Pflegestufe zugeordnet wurde)
  • Sozialhilfeträger

Was ist der Unterschied zwischen häuslicher Pflege und häuslicher Krankenpflege?

Im Bereich der ambulanten Pflege sind zwischen Leistungen der Krankenkasse (»häusliche Krankenpflege«, § 37 SGB V) und Leistungen der Pflegeversicherung (»häusliche Pflege«, SGB XI) zu unterscheiden.

Häusliche Krankenpflege
Kranke Personen können häusliche Pflege durch einen Pflegdienst in Anspruch nehmen, wenn bestimmte Vorraussetzung gegeben sind. Häusliche Krankenpflege kann einerseits als Ersatz oder Vermeidung für eine Krankenhausbehandlung und andererseits als eine ergänzende Hilfe zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich sein und wird vom Arzt verordnet. 

VORAUSSETZUNG häusliche Krankenpflege

Stellt der behandelnde Arzt eine entsprechende Verordnung aus und lebt in dem Haushalt des Kranken keine Person, die die erforderliche Pflege erbringen kann, besteht Anspruch auf häusliche Krankenpflege durch einen Pflegedienst. Dies beinhaltet je nach Verordnung des Arztes Grundpflege (z. B. Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung), Behandlungspflege (medizinische Leistungen wie z. B. Medikamentengabe, Wundversorgung) sowie die hauswirtschaftliche Versorgung (z. B. Einkaufen, Kochen, Aufräumen). Der beauftragte Pflegedienst muss einen Versorgungsvertrag mit der Krankenkasse geschlossen haben, damit die Leistungen übernommen werden. Die Leistungen rechnet der Pflegedienst direkt mir der Krankenkasse ab, jedoch besteht eine Zuzahlungspflicht für den Patienten. Pro Verordnung werden    € 10 Euro berechnet sowie 10% der Kosten der Behandlung für die ersten 28 Tage.

 

Häusliche Pflege
Sie bezeichnet die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen außerhalb von teil- oder vollstationären Einrichtungen in ihrer häuslichen Umgebung. Häusliche Pflege wird sowohl von professionellen Pflegekräften als auch ehrenamtlich von Familienangehörigen (pflegende Angehörige) oder anderen Personen aus dem sozialen Umfeld der pflegebedürftigen Person ohne pflegerische Ausbildung geleistet. Die häusliche Pflege im familiären Umfeld wird von vielen pflegebedürftigen Personen gegenüber einer stationären Pflege, das heißt der Pflege bei Unterbringung in einem Heim oder Krankenhaus, bevorzugt.

Ist häusliche Pflege erforderlich, können Leistungen der Pflegeversicherung oder der Sozialhilfe in Anspruch genommen werden. Es muss eine mindestens sechsmonatige Pflegebedürftigkeit vorliegen.

Quelle: Wikipedia

 

Wie erhalte ich eine Pflegestufen und worin liegen die Unterschiede?

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, ist die Einstufung in eine Pflegestufe notwendig. Die Pflegestufe gibt an, in welchem zeitlichen Umfang der Patient pro Tag pflegebedürftig ist, wobei zwischen Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlicher Versorgung (z. B. Einkaufen, Kochen, Aufräumen) unterschieden wird. Der aufgeführte Zeitaufwand unterstellt eine Versorgung durch einen Familienangehörigen oder eine andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Person.

Pflegestufe 0
Gesetzlich ist eine Pflegestufe 0 nicht vorgesehen. Um in der eigenen Wohnung weiterleben zu können, benötigen jedoch auch Personen regelmäßige Hilfe, ohne einen Bedarf wie für Pflegestufe I gefordert zu haben (z. B. Demenzkranke). Dies wird als »erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz« bezeichnet. 

Pflegestufe 1
Um in Pflegestufe 1 eingestuft zu werden, muss der Pflegebedürftige 90 Minuten täglich pflegebedürftig sein. Mindestens 45 Minuten davon müssen für mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege (Pflegeleistungen im Bereich der Ernährung, Körperpflege und Mobilität) benötigt werden.

Pflegestufe 2
In Pflegestufe 2 benötigt der Pflegebedürftige dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Grundpflege. Der gesamte Zeitaufwand für die Pflege beträgt täglich mindestens drei Stunden, davon sind zwei Stunden für Leistungen im Bereich der Grundpflege (Pflegeleistungen im Bereich der Ernährung, Körperpflege und Mobilität) vorgesehen.

Pflegestufe 3
Der Pflegebedürftige in Pflegestufe 3 ist täglich rund um die Uhr, auch nachts, hilfebedürftig. Der Zeitaufwand für die Pflege beträgt mindestens fünf Stunden täglich, davon sind vier Stunden für Leistungen im Bereich der Grundpflege (Pflegeleistungen im Bereich der Ernährung, Körperpflege und Mobilität) vorgesehen.

 

Wie viel Pflegegeld erhalte ich von der Pflegekasse?

Ist die Pflegestufe festgestellt und bestätigt, dann zahlt die Pflegeversicherung unabhängig von Ihrer finanziellen Situation. Die Höhe des Pflegegeldes ist abhängig von der Pflegestufe und ob Sie von einer nahe stehenden Person (Geldleistung) oder von einem ambulanten Pflegedienst (Sachleistung) versorgt werden. Bei Versorgung durch einen Pflegedienst wird der Ihnen zustehende Betrag direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Darüber hinausgehende Kosten müssen Sie selbst  zahlen. Gegebenenfalls werden die Kosten auch vom Bezirksamt oder vom Amt für soziale Leistungen übernommen.

Eine Kombination aus privater und professioneller Pflege ist möglich. In diesem Fall wird das Pflegegeld zwischen Angehörigen und Pflegedienst prozentual aufgeteilt.

 

Monatliche Leistungen im Überblick

Sachleistung  Häusliche Pflege (durch Pflegestation):

Pflegestufe I 468 Euro
Pflegestufe II 1 144 Euro
Pflegestufe III 1 612 Euro
Härtefall* 1 918 Euro

* Wenn in besonders gelagerten Einzelfällen ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vorliegt, der das Maß der Pflegestufe III weit übersteigt, kann der Leistungsanspruch bis auf 1.918,00 € monatlich ausgedehnt werden.

 

Pflegegeld** bei häuslicher Pflege durch Angehörige:

Pflegestufe I 244 Euro
Pflegestufe II 458 Euro
Pflegestufe III 728 Euro

bei Verhinderung der Pflegeperson: maximal 1.612 Euro (jährlich)***

** Voraussetzung für die Bewilligung ist ein Beratungsbesuch durch die Pflegestation bei den pflegenden Angehörigen (bei Pflegestufe 3 ¼-jährlich und bei Pflegestufe 1 und 2 ½-jährlich) nach § 37 Absatz 3 SGB XI

***Angehörige, die mehr als 14 Stunden in der Woche pflegen, sind automatisch renten- und unfallversichert. Fallen betreuende Angehörige wegen Krankheit oder Urlaub aus, übernimmt die Pflegekasse die Aufwendungen für eine Ersatzpflegekraft in Höhe von bis zu 1.612 Euro jährlich (Verhinderungspflege).

Seit dem 1. Januar 2015 können zudem alle Pflegebedürftigen in der häuslichen Pflege einen monatlichen Zuschuss von 104 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen beantragen. Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alttagskompetenz erhalten dafür sogar 208 Euro pro Monat.

 

Sie pflegen einen Angehörigen zu Hause und schaffe es nicht allein. Welche  Möglichkeiten zur Entlastung gibt es?

Die Unterstützung und Förderung der Pflege durch Angehörige hat eine hohe Bedeutung für die Sicherstellung der häuslichen Pflege. Zur Entlastung sieht die Pflegeversicherung Leistungen vor, die von Pflegepersonen unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden können: Sie können uns als ambulanter Pflegedienst bestimmte Aufgaben übertragen.

Oft wissen pflegende Angehörige nicht, welche Leistungen ihnen zustehen und wo sie Unterstützung bekommen können. Es ist auch nicht immer leicht Hilfe anzunehmen. Nicht selten überfordern sie sich und werden selbst krank. Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie sich frühzeitig von uns beraten lassen.

 

 

Was gibt es noch für Hilfen?

1. Pflegehilfsmittel
Bei Bedarf werden den Pflegebedürftigen technische Pflegehilfsmittel zur Verfügung gestellt. Technische Hilfsmittel sind z. B. Pflegebetten oder Hausnotrufsysteme. Auch bestimmte Verbrauchsartikel (z. B. Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe) können monatlich mit 30 Euro über die Pflegekasse finanziert werden.

2. Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung
Pflegebedürftige können Zuschüsse bis zu 2.557 € für die Verbesserung ihres Wohnumfelds erhalten. Wer sich nur noch im Rollstuhl oder mit einem Rollator bewegen kann, benötigt oft breitere Türen in seiner Wohnung. Manchmal ist auch eine Rampe erforderlich oder Türschwellen müssen beseitigt werden. Die Höhe des Zuschusses ist vor Beginn der Umbauten bei der Pflegekasse zu beantragen.

Wo erhalte ich einen Pflegegeldantrag?

Normalerweise genügt ein Anruf bei Ihrer Krankenkasse/Pflegekasse. Sie können den Antrag aber auch bei uns, dem ambulanten Pflegedienst Schmidt anfordern und ausfüllen. Achtung: Ihr Antrag wird nur bearbeitet, wenn er vollständig ausgefüllt ist und von Ihnen oder Ihrem Betreuer/Bevollmächtigten unterschrieben wurde.

 

Was sollte bei einer MDK-Begutachtung beachtet werden?

MDK ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Der MDK ist die direkte Verbindung zwischen Ihnen und Ihrer Kranken- und Pflegeversicherung. Der MDK stellt die beantragte Pflegestufe fest und ist weiterhin für die Qualitätskontrolle der ambulanten Pflegedienste zuständig.

Es ist sehr hilfreich, wenn Ihre Pflegeperson oder wir als Ihr Pflegedienst bei der Begutachtung dabei sind. Fragen zur benötigten Hilfe lassen sich dann besser klären. Auch sollten Sie alle Unterlagen bereithalten, die Hinweise zur Pflegebedürftigkeit enthalten und über Pflegemaßnahmen Aufschluss geben (z. B. Befunde, Arzt- und Krankenhausberichte, Schwerbehindertenausweis).

Das sollten Sie beachten:
Der MDK gewinnt bei seinem Besuch nur einen kurzen Einblick in Ihre Pflegesituation. Vielleicht geht es Ihnen an diesem Tag ganz gut und der Eindruck entspricht nicht dem wahren Ausmaß Ihrer Hilfsbedürftigkeit. Daher sollte schon etwa zwei Wochen vor dem Besuch des MDK festgehalten werden, in welchen Bereichen (zum Beispiel Waschen, Anziehen, Essen) und wann Sie Hilfe benötigen und wie viel Zeit dafür aufgewendet wird. Das ist mit einem Pflegetagebuch möglich, das Sie zum Beispiel bei der Pflegekasse anfordern können.